Crêpe oder Galette: der Unterschied
Woher der Crêpe kommt
Getreidefladen auf heißem Stein gibt es, seit Menschen Getreide mahlen. Was daraus in der Bretagne wurde, ist jünger.

Im 13. Jahrhundert kam der Buchweizen in die Region — eine Pflanze, die mit magerem Boden und feuchtem Klima zurechtkommt, dort also, wo Weizen aufgab. Aus ihr entstand die Galette, das herzhafte Original. Der süße Crêpe aus Weizenmehl kam später, als Weizen für normale Leute bezahlbar wurde.
Warum er Crêpe heißt
Das Wort kommt vom lateinischen „crispus“, kraus — nach dem Rand, der sich beim Backen wellt. Auf Bretonisch heißt er „krampouezenn“. Die gusseiserne Platte, auf der er entsteht, heißt „bilig“, und der Holzrechen, mit dem man den Teig in einer einzigen Bewegung ausstreicht, heißt „rozell“. Wenn du mich am Stand dabei sehr konzentriert schauen siehst: Genau diese eine Bewegung entscheidet, ob ein Crêpe hauchdünn wird oder ein Fladen.
Was die beiden unterscheidet

Ein Crêpe besteht aus Weizenmehl, Milch, Ei und Butter, oft mit etwas Zucker. Er ist fein, weich und wird süß belegt.
Eine Galette besteht aus Buchweizenmehl, Wasser und Salz. Sie ist kräftiger, leicht nussig, gräulich in der Farbe und wird herzhaft belegt. Die bekannteste ist die Galette complète mit Schinken, Käse und Ei.
Streng genommen ist die Galette also kein herzhafter Crêpe, sondern etwas Eigenes — auch wenn darüber selbst in der Bretagne gestritten wird.
Der 2. Februar
Vierzig Tage nach Weihnachten wird Chandeleur gefeiert, und an diesem Tag backt in Frankreich fast jeder Crêpes. Der Brauch will es, dass man den ersten mit Schwung aus der Pfanne wendet — eine Goldmünze in der anderen Hand. Das soll Glück fürs Jahr bringen. Wer je versucht hat, einen Crêpe fliegen zu lassen, ahnt, warum sich das als Glücksprobe eignet.
Beurre-sucre
Der meistverkaufte Crêpe der Bretagne ist der einfachste: gesalzene Butter, Zucker, fertig. Wenn du wissen willst, ob eine Crêperie ihr Handwerk beherrscht, bestell genau den. Da kann sich niemand hinter einer Füllung verstecken.
